CD Review: Die Form – Bach Project
Geschrieben am: 10. Februar 2008 von ErikNachdem klar war dass die BACH Performance aus dem Werk II in Leipzig 1:1 auf CD gepresst wird, war die Qualität der Veröffentlichung nur noch eine Frage des Masterings und des Artworks. Und da Philippe Fichot von beidem mehr als genug Ahnung hat, war auch da zu erwarten dass es eine tolle CD wird.
Der erste Eindruck: Die Verpackung der limitierten ersten Auflage ist natürlich ein hingucker. In A5 DVD Digibook Größe wirkt eine CD sowieso schon irgendwie edler. Die schöne Hochglanzqualität des Covers in seiner leichten 3D Optik macht das Stück zu einem Hingucker im CD Regal, sofern das in den üblichen Plattenläden überhaupt möglich ist. Was mich natürlich am meisten interessiert hat, waren die Fotos im Booklet. Und was soll ich sagen? Ich bin zufrieden. Es haben immerhin 5 Bilder den Weg in das Beiheft geschafft und die wirken auf Hochglanz gleich ein ganzes Stück besser als auf dem Monitor. Heil den Printerzeugnissen. Das Augen funktioniert eben doch noch analog.
Das führt gleich zum zweiten Punkt – der Musik: Keine Frage, J.S. Bach kann man eigentlich nicht vermiesen. Er ist nicht umsonst einer der größten Komponisten der barocken Klassik. Aber der Anspruch an dieses Projekt war ja nicht einfach das “Rohmaterial” mit einem Beat zu mixen und an den Reglern zu spielen, sondern eine neue Interpration in Form von Instrumentierung und Finishing zu erschaffen. Und das ist Philippe Fichot sehr gut gelungen. Das instrumentelle Reportoir liest sich wie ein kleines Orchester, obwohl alles nur von einem gespielt wird. Vor allem das Teremin ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten musikalischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Wäre es schon im 18. Jhd. verfügbar gewesen, Bach hätte es sicherlich gerne benutzt. Da es aber noch sehr jung ist, konnte sich der französische Elektrovirtuose Philippe Fichot daran versuchen. Die Instrumentierung ist allerdings nur ein Teil. Schon bei der Auswahl der zu bearbeitenden Stücke hat er schon gutes Gespür bewiesen. Neben dem Anspruch etwas passendes für die bezaubernde Stimme von Eliane P. zu finden, war wohl auch die Notwendigkeit des zusammenpassens der Stücke da. Und die war offensichtlich sehr gut. Die CD hört sich an einem Stück so gut an das kein Lied stört. Und das geht nicht zu Lasten der Abwechslung.
Der einzige Vermutstropfen ist einer der Systembedingt ist. Die Form ist eigentlich ein Audiovisuelles Projekt. Bei der Bach Performance mehr denn je. So fehlt eben doch ein wenig die tänzerische Darbietung von Sabine Seume. Aber das kann man der CD ja nicht ankreiden. Umso mehr kann man sich darauf freuen dass die Chance besteht dass diese Aufführung in passender Umgebung wiederholt wird. In einem Interview verriet Philippe Fichot dass er auch gerne ein ganzes Orchester mit einbinden würde. Das wäre natürlich eine tolle Sache. Bis dahin reicht aber auch diese CD um die Zeit bis zum nächsten regulären Die Form Album zu überbrücken.
PS: Das Interview im aktuellen Orkus (Februar 2008) enthält ebenfalls die Photos von mir. Ich freue mich
Die Form official
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Februar 15th, 2008 at 11:36
Schöne Rezension! Und danke fürs Verlinken!
Ja, der visuelle Teil… Eine DVD wäre auch großartig gewesen. Aber auch als CD ist es super. Ich glaube bloß, man empfindet die CD anders, wenn man dabei war.