Filmkritik: Max Payne

Geschrieben am: 30. November 2008 von Erik

Ich muß gestehen, ich habe mich auf diesen Film gefreut wie auf Weihnachten. Deshalb bin ich jetzt, so kurz nachdem ich den Film gesehen hab, wohl etwas subjektiv.

Zunächst mal muß ich in eigener Sache noch den Rechteinhabern danken dass sie die Lizenz NICHT!!! an meinen liebsten Feind Herrn Dr. Uwe Boll vergeben haben.

Der Third-Person Shooter Max Payne sowie dessen Sequel sind Meilensteine der Videospielgeschichte. Selbst aus heutiger Sicht grafisch sehr ansprechend und mit der Einführung von “Bullet-Time” Effekten auch noch sehr innovativ. Damit war es möglich mit temporär “verlangsamter” Zeit Kugeln auszuweichen, wie man es aus dem Film “Matrix” kennt. Das allein war für viele schon ein Kaufgrund, aber die Entwickler haben es tatsächlich nebenbei noch geschafft sich um Gameplay und vor allem Story zu kümmern. Derartige Racheopern gabs so noch nicht auf den gängigen Spieleplattformen. Ich habe Max Payne 1 und 2 regelrecht gefressen und man könnte sagen ich bete um einen Dritten.

Story:

Ein Film Noir Thriller um den Cop Max Payne (Mark Wahlberg) der, nachdem seine Frau und sein Baby von Junkys umgebracht wurden, eine Vendetta startet und dabei einer Verschwörung um eine, sich seuchenhaft verbreitende, Droge namens “Valkyr” kommt. Dabei trifft er auf die mysteriöse Auftragskillerin Mona Sax (Mila Kunis), einen ehrgeizigen Dienstaufsichtspolizisten und “Dämonen” aus Vergangenheit und Gegenwart. Zwischendurch (im Spiel natürlich ständig) wird in eindrucksvollen Szenen geballert was die Rohre hergeben.

Kritik:

Hoch waren natürlich meine Erwartungen an den Film. Der Trailer und die Besetzung für die Rolle des Max Payne kamen dem auch schon entgegen. Schlußendlich bin ich aber mit gemischten Gefühlen aus dem Kino gegangen. Bevor ich zu meckern beginne, möchte ich noch die guten Seiten hervorheben.

Die Atmosphäre des Spiels wurde visuell und tontechnisch gut umgesetzt, die Effekte waren teilweise wirklich super und die Schauspieler konnten ihre virtuellen Vorbilder ganz gut verkörpern.
Das allein reicht leider nicht aus wenn das Drehbuch mist ist, denn beim Skript hätten sich die Autoren mehr Mühe geben können oder vielleicht mal das Spiel spielen. Die Dialoge waren stellenweise sehr unausgegoren. Da hätte man gut daran getan sich an die Comichaften Cut-Szenes des Spiels zu halten. Aber der größte Fallstrick des Films ist wohl die Adaption der Story. Man soll zwar gerade bei Videospielumsetzungen nicht zuviel Augenmerk auf den Plot legen, aber in diesem Fall hätte man ihn 1:1 umsetzen können und sollen. Grundsätzlich sind alle Elemente vorhanden, aber in ihrer Wichtung verfälscht. Die vielschichtigen Charaktere werden kaum entwickelt. So wie sie eingestreut werden, verschwinden sie auch wieder. Das hätte man dramaturgisch durchaus besser machen können. Für den Kenner der ursprünglichen Handlung dürften aber die vielen kleinen Abweichungen im Plot das Haar in der Suppe sein. Und deshalb fällt es mir schwer den Film losgelöst vom Videospiel zu betrachten. In gewisser Weise tue ich dem Film damit aber unrecht denn er ist durchweg spannend, optisch imposant und somit sehr unterhaltsam. Auf jeden Fall aber eine der besseren Adaptionen virtueller Abenteuer. Jedenfalls läßt das Ende einen zweiten Teil erwarten. In Anlehnung an das Sequel des Spiels gibt es dafür jedenfalls auch genug Potential.

Fazit:

In der Hoffnung dass der Produzent einen neuen Drehbuchautoren engagiert werde ich nun das Spiel wieder installieren und mich mit meinem virtuellen Alterego durch eine dreckige, korrupte und von Junkys verseuchte Stadt ballern. In Zeitlupensequenzen den Tod der eigenen Familie rächen und die mysteriösen femme fatale Mona Sax anschmachten. Obwohl sie eine essentielle Bedeutung in den Spielen und immer ein tragisches Schicksal zu bürden hatte, wurde sie im Cyberheldinnenuniversum immer von dickbrüstigen Amazonen verdrängt. Leider hat man es auch im Film verseumt ihr ein würdiges Denkmal zu setzen.

In einem Film Noir gibt es keine Helden. Nur gebrochene Menschen die nichts mehr zu verlieren haben und jene die den Fehler machen ihren Weg zu kreuzen. Im Spiel konnte man die Wut förmlich spüren und der Wunsch nach Vergeltung für alles was Max Payne angetan wurde, reißt einen mit. Im Film war das in Ansätzen gut gelungen aber leider nur halbherzig zuende geführt. Schade. Aber trotzdem bereue ich nicht 8€ ausgegeben zu haben um meinen Bildschirmhelden auf der Kinoleinwand zu erleben.

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