Filmpreview: “Sugar Pow’d'er looks like cocaine”

Sonntag, Juni 21st, 2009

Sugar Powder looks like Cocaine Selbst wer mich nur rudimentär kennt, weiß dass ich ein Filmjunky bin. Was liegt da näher als der Wunsch selbst an einem mitzuwirken. Also habe ich auch nicht lange gezögert, als mein ehemaliger Wohnheimkollege mich mit der Anfrage konfrontierte bei einem Film für das universitätseigene Kurzfilmfestival, die Otto Awards, mitzuwirken. Auch wenn das ganze Projekt nicht gerade von überbordender Professionalität gesprüht hat, hat es einen riesigen Spaß gemacht. Von der Skripterstellung bis zum Dreh. Natürlich wurde das ganze von einer Menge Bier begleitet und ist im Prinzip eine kleine Homage an immergrüne Filmklassiker. Aber genug geredet, ich will ja Werbung machen, denn der Film wird am 8. July im Rahmen der Otto Awards in der “Alten Mensa” in Freiberg gezeigt.

Vielleicht wirds den Streifen dann später mal Youtube geben. Wer sich für ambitionierte, aber noch nicht ganz perfekte, Kurzfilme interessiert und im Raum Sachsen wohnt, sollte sich an diesem Mittwoch Zeit nehmen.

Ich (und meine Freundin) spielen übrigens Profikiller für die Mafia. Trotzdem ein harmloser und amüsanter Streifen. Nicht mehr lange und wir spielen in einem Scorsese Film mit :)

Filmreview: “So finster die Nacht”

Sonntag, Juni 14th, 2009

Manche Filme werden wohl wegen mangelnder Kompatibilität zu den Massen nie im Kino gezeigt. Andererseits gibt es Streifen auf die man getrost verzichten kann – und davon mehr als genug. Ich mache das jetzt mal am Beispiel “Twilight” fest. Ein blutleerer Vampirfilm der nichtmal stilistisch punkten kann. Aber er hatte Erfolg. Dabei bieten Vampire doch mehr als genug Inspiration um Meisterwerke wie “Nosferatu” oder “Interview mit einem Vampir” zu kreieren. Eine Quintessenz dabei ist aber auf jeden Fall auffällig: Verzicht auf seichte Klischees.

Vor kurzem stolperte ich in einer Randnotiz in der TV-Zeitschrift (!) über den Film “So finster die Nacht” welcher mir ob seines Szenenphotos (siehe Bild rechts) in die Augen fiehl. So finster die Nacht Die Pressestimmen versprachen einen sehr alternativen Vampirfilm der vor allem durch leise Töne, kunstvolle Bilder und wenige Schockeffekte überzeugen sollte. Damit wäre der Rahmen auch gut abgesteckt.

Es geht um ein 12 jährigen Jungen irgendwo in einem schwedischen Kaff an dem der wirtschaftliche Aufschwung wohl vorbeigegangen sein muß. Der wasserstoffblonde Oskar ist ruhig, fast verschlossen und wird von einigen Mitschüler grundlos drangsaliert. Hinzu kommt sein morbides Interesse an Gewaltverbrechen. Als eines Nachts ein Mädchen in seinem Alter in der Nachbarwohnung einzieht, verändert sich sein Leben. In der Nachbarschaft häufen sich Todesfälle währende sich Oskar mit der blassen Eli mehr und mehr anfreundet. Ein zarter Hauch erster Liebe, Adoleszenz aber auch Blut in einer Welt die nicht nur vom Winter kalt ist…

Das Urteil “langweilig” wird wohl dem Gelegenheitsfilmgucker schnell über die Lippen gehen, Fans von kunstvollen Filmcollagen wird dieser Film aber zusagen. Vor allem seit es Usus ist Filme so zu schneiden dass man davon Epilepsie bekommt, bin ich froh dass es eben auch noch Beispiele für die Wirksamkeit des Langsamen und der sensiblen Töne gibt. Der Horror geht dabei relativ subtil von statten. Es muß nicht immer Folterporno sein um die Nerven zu zwirbeln. Versetzt man sich in die Atmosphäre die dieser Film versprüht, wirkt das Geräusch von Blut dass aus einem geschächteten Menschen in einen Plasteeimer plätschert viel heftiger als eine Nahaufnahme der Schnittwunde. Mir persönlich hat er gefallen. Nicht zuletzt wegen des kleinen Mädchens, dass mich manchmal sehr an die finstere “Alma” aus dem Gruselshooter “F.E.A.R” erinnert.

4,5/5 Punkten

Filmplakat

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WGT Tagebuch #4

Montag, Juni 1st, 2009

WGT Banner

Montag, 01.06.2009 13:52

Der gestrige Tag sitzt uns noch in den Knochen. Viel durch die Gegend gewackelt und eben auch ein paar Drinks vernichtet. Deshalb gings nach dem Frühstück auch nochmal ins Bett und in der völligen Dunkelheit des Zimmers haben wir gar nicht bemerkt wie schnell die Zeit vergangen ist. Heute ist eh auch eher easy going angesagt, denn das einzige wirklich interessante Konzert heute ist QNTAL und da sollte man schon früh da sein. Im Heidnischen Dorf waren sie schon ein echter Magnet. Ansonsten doch noch ein bißchen mehr chillen heute. Und photographieren. Obwohl es eigentlich sinnfrei ist. Wirklich künstlerisch wertvolle Bilder sind wohl eher die Ausnahme und einfach-nur-so Bilder von den üppig gestylten Besuchern sind wohl auf jeder 3. Website zu finden. Der Hammer was so Hobby und Profiphotographen hier rumhüpft. Stellenweise schlimmer als am roten Teppich bei der Oskarverleihung. Vor allem im Heidnischen Dorf akkumulieren sich die Hobbyphotographen da man dort auch ohne WGT Bändchen reinkommt. Auch gesehen, ein Fotocommunity Usertreffen.

Alles in allem war es bisher schon nicht schlecht. Aber ich merke doch wie ich der Sache ein wenig entwachse. Man könnte aber auch meinen ich werde einfach nur alt. So schnell will ich mich trotzdem noch nicht aufgeben. Das WGT Feeling, sei es auch nicht mehr das Selbe wie vor 8 Jahren, zieht mich doch immernoch in seinen Bann.


23.34

Leider lösten sich die heutigen Pläne ziemlich in Luft auf. Kein heidnisches Dorf, nur einmal kurz Agra und vor allem kein Qntal. Kurz vor dem Eingang haben wir es aufgegeben weil wir ohnehin nicht mehr reingekommen wären. Schade. Abgesehen von ein paar Stunden mit Freunden und einem wirklich ausgesprochen leckerem Sushi zum Abendbrot war also heute nichts los. Schade. Aber es hätte ohnehin wenig an meiner leicht depressiv angehauchten Endzeitstimmung geändert und so chillen wir jetzt noch ein wenig in unserem Pensionszimmer, schauen “Das Schweigen der Lämmer” (lustigerweise spielten “Psyche” gestern ihre überaus schöne Coverversion von “goodbye horses” welches in diesem Film auch eine sehr markante Szene umrahmt) und trinken die letzten Bierchen. Damit endet das 18. Wave-Gotik-Treffen für uns und der gruselige Alltag erwartet uns wieder. Aber ich bin guter Dinge auch nächstes Jahr wieder zu kommen. Ein paar Dinge sollten dabei aber schon irgendwie berücksichtigt werden. Es sollte nicht NOCH teurer werden, die Bands sollten der erwarteten Zuschauermenge auf die Locations verteilt werden und auch noch nach dem Genre und vor allem sollten die Tontechniker nochmal die Schulbank drücken. Stellenweise wars echt peinlich. Wie dem auch sei, die Szene hat sich grundsätzlich mal wieder von ihrer besten Seite gezeigt. Und ich bin gerne ein Grufti. Und werde es wohl noch eine Weile bleiben.

Falls es jemanden interessiert was für Devotionalien ich dieses Jahr erworben habe:

  • LP ReRelease von “3. Version”, das erste Album von “Feindflug”
  • Ltd. Box von “Noir Magnetique” von “Die Form” + T-Shirt
  • 3 Alben von “The beautiful disease”

Also nicht wirklich viel. Wesentlich mehr ist für Verpflegung draufgegangen. Das ist leider eine negative Begleiterscheinung einer solch populären und riesigen Veranstaltung. Aber was solls. Sonst gibt man sein Geld nur für anderen Quatsch aus. In diesem Sinne:

Bis zum nächsten WGT! Oder vielleicht zum M’era Luna? Das Lineup kann sich jedenfalls sehen lassen.