Filmreview: I’m Cyborg, but that’s ok

Samstag, Juli 12th, 2008

Nun muß ich doch mal meine Lernerei unterbrechen und was anderes tun. Eine Filmrezension die ich schon lange vor mir herschiebe ist da genau das Richtige. Dieses mal möchte ich dem geneigten Leser und potentiellen Cineasten eine koreanische Köstlichkeit kredenzen:

I’m a Cyborg, but that’s okay heißt der Streifen von Park Chan-wook, der sich bisher mit Racheorgien wie Oldboy und Lady Vengeance hervorgetan hat. In einer Kritik bei Amazon schrieb ein Rezensent man solle I’m a Cyborg, but that’s okay nicht mit seinen vorherigen Filmen, besser mit gar keinem anderen Film vergleichen. Ich greife dieses Motiv an dieser Stelle auf, denn es stimmt. Eine echte abgeschlossene Story gibt es nicht und auch die Machart ist etwas bisher gänzlich ungesehenes.

Es geht um die junge Young-goon ( gespielt von der bezaubernden Im Su-jeong) welche nach einem Trauma (welches mit ihrer Großmutter, einem Gebiss und jeder Menge Rettich zu tun hat) in einer Psychatrie landet weil sie glaubt ein Cyborg zu sein der keine Nahrung, nur Elektrizität braucht und mit anderen Geräten sprechen kann. In der Anstalt lernt sie den als asozial geltenden Park Il-sun kennen der sich gerne maskiert und glaubt als Meisterdieb den anderen Insassen ihre Charakterzüge stehlen zu können. So unterschiedlich die beiden auch sind, sie begreifen schnell dass sie einander brauchen um in einer Welt bestehen zu können, welche die beiden nicht verstehen kann.

Nun kommt die große Frage, was das eigentlich für ein Film ist. Eine Komödie? Eine Romanze? Ein Drama? Ein Märchen? Irgendwie von allem ein bißchen aber doch irgendwie ganz eigen. Ich habe ja sowieso eine kleine Schwäche für die zierlichen asiatischen Schönheiten, aber die Charakter sind auch so allerliebst und detailliert ausgearbeitet. Außerdem wird man mit einer tollen Filmmusik, wunderbaren Bildern und der wohl schönsten Kussszene der Filmgeschichte belohnt.

Fazit: Dieser Film ist so skuril wie anrührend schön und für mich jetzt schon ein weiterer Lieblingsfilm aus der wachsenden Südkoreanischen Filmwelt. Nach Seom – Die Insel und I’m a Cyborg… hat die Traumfabrik Hollywood für mich noch weiter an Reiz verloren als sie es mit ihren zig Millionen teuren aber sinnfreien Blockbustern ohnehin schon hat.

300

Mittwoch, Mai 2nd, 2007

300

Manchmal frage ich mich, was in einem Gehirn wie dem von Frank Miller vorgeht. Schon in seiner Comic Reihe “Sin City”, deren geniale Verfilmung ein kleines Stückchen Filmgeschichte geschrieben hat, zeigt Frank Miller ganz deutlich was er vom Leben hält. Seine Figuren sind brutale Hartärsche die ihr Ding in einer trostlosen Welt durchziehen und dabei nicht gerade tanzend mit Blumen um sich werfen. Auf jeden Fall lieferte diese Welt den Stoff und nicht zuletzt den Stil für eine neue Art von Film.
Eigentlich war zu erwarten dass da noch mehr drauszumachen ist, und so wurde eine Adaption des Miller Comics “300″ gedreht. Worum es geht ist schnell gesagt:

490 vor unserer Zeitrechnung wird das Antike Griechenland von den Armeen Persiens bedroht. Insbesondere Leonidas, dem König Spartas passt das überhaupt nicht, denn das stolze Kriegervölkchen ist nicht sehr erpicht darauf in Sklaverei zu leben. Und so macht er sich gegen die Prophenzeihung des Orakels mit 300 seiner besten Krieger auf, um die Übermacht der Armeen von Xerxes, dem Persischen König und selbstproklamierten Gott in den Allerwertesten zu treten.

Der Plot klingt zwar sehr nach Sandalenfilm, aber 300 ist ein brutaler Actionknaller im pseudoantiken Gewand. Von griechischer Kultur bekommt man bis auf ein paar Säulen und den Kostümen so gut wie gar nichts mit. Den einzigen Eindruck den man durch den Film von dieser Zeit bekommt, ist dass Griechenland von einer riesigen Horde Mutanten, angeführt von einem sadomasochistischen Piercingfreak, bedroht wurde. Stereotyper könnten die Figuren gar nicht sein. Die tapferen Spartaner sahen aus als wären sie aus einem Sportpropagandafilm von 1933 entlaufen. Und die Persier aus Tschernobyl. Wer nun eigentlich gut und wer böse ist, läßt sich nicht zweifelsfrei erkennen, denn beide Parteien trachten einander mit einem höchstmaß an Brutalität nach dem Leben, was in ausgedehnten Slowmotion Sequenzen auch sehr detailliert dargestellt wird. Eindeutig nichts für Fans von lauwarmer Milch. Nach 1.5 Stunden klirrendem Stahl, umherfliegenden Körperteilen und weiß-der-Geier wievielen Toten (hauptsächlich Perser), steht Leonidas mit seinem inzwischen doch kleiner gewordenen Gefolge, entgültig einer unbesiegbaren Armee gegenüber.

Erzählt wird die Geschichte von seinem Hauptmann, der während einer Schlacht ein Auge verlor und somit nicht mehr kämpfen sollte und stattdessen nach hause geschickt wurde um zu berichten und den Senat dazu zu bewegen mit einer größeren Streitmacht in den Krieg zu ziehen um dem barabrischen Feind die Fäuste zu zeigen. Alles in allem ist die Mär vom blutigen Heldentod Leonidas’ und seiner 300 tapferen Kameraden nur ein Symbol für den unerschrockenen Kampfgeist den Krieger haben sollte.

Fazit:

Man kann nicht wirklich sagen 300 sei schlecht. Dafür ist er technisch einfach zu gut und die Schlachtenkoreographien wurden schnörkellos gefilmt. Aber es fehlt einfach die Abwechslung. Nach einer halben Stunde mit Variationen von Durchbohren, Abhacken, etc. hat man nur noch den bitteren Geschmack von übertriebenem Heldenpathos und einer leicht faschistoiden Botschaft auf der Zunge. Ich persönlich bin etwas enttäuscht und freue mich lieber auf die Fortsetzung von “Sin City”.

Crew:

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Michael Gordon
Produktion: Frank Miller, Mark Canton, Bernie Goldman, Jeffrey Silver, Gianni Nunnari
Musik: Tyler Bates
Kamera: Larry Fong
Schnitt: William Hoy

Schauspieler:

* Gerard Butler: König Leonidas
* Lena Headey: Königin Gorgo
* Vincent Regan: Leonidas’ Hauptmann
* David Wenham: Dilios
* Michael Fassbender: Stelios
* Rodrigo Santoro: Xerxes
* Tom Wisdom: Astinos
* Andrew Tiernan: Ephialtes
* Dominic West: Theron
* Andrew Pleavin: Daxos

Wer war Kafka?

Sonntag, November 12th, 2006

Eine Frage, die vor allem im Schulunterricht nur sehr rudimentär behandelt wird. Schade eigentlich, handelt es sich bei Franz Kafka doch um einen der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten nur von guten Freunden geschätzt, hat der zeitgenössische Literaturbetrieb nicht wirklich viel Notiz von ihm genommen.

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