WGT Tagebuch Tag 3

Montag, Mai 24th, 2010

Nach dem üblichen üppigen Pensionsfrühstück sollte der Tag mit einem weiteren kulinarischen Highlight beginnen. Absinthfrühschoppen in der Absintherie La Petite. Der Name kommte nicht von ungefähr, denn sie ist wirklich sehr klein. Was allerdings keineswegs klein war, ist die Absinthkarte. Ein beachtliches Sammelsurium, aus dem es schwer fällt zu wählen. Aber zumindest meine Wahl hat mich mitnichten enttäuscht. Libertine 72 hielt was er versprach und schmeckt hervorragend. Dafür lohnte es sich auch ein bißchen warten zu müssen.


Unsere Geduld wurde aber beim darauffolgenden Versuch etwas zum Mittag zu essen auf eine harte Probe gestellt. Denn wir wurden schlichtweg vergessen. Nachdem die Bestellung aufgegeben wurde, verschwand der Auftrag im Nirvana da keine Papierrolle mehr im Bondrucker war. Und so gabs statt Tortellini 3 ordentliche Portionen Bier. Nach dem Kuss der grünen Fee zuvor, war das eine ganze Menge zu tun für die Leber. Die Tortellini waren trotz essen mit Wut sehr gut.

Das erste kulturelle Highlight des Tages sollte in der Villa eine lyrische Lesung von Chris Goellnitz und Philippe Blömeke sein. Ersterer ist vor allem mit seinem Musikprojekt The Beautiful Disease ein echter Geheimtipp. So war die Lesung voller Wortgewalt und abstrakter Dialoge wirklich ein echter Leckerbissen für das von Medienmüll geplagte Hirn. Die Tatsache dass ich dort ein paar Photos machen konnte und mein Weibchen ein signiertes Exemplar der Lyriksammlung Traumfleisch erstehen konnte, hat die ganze Sache noch abegerundet. Ein paar Bilder werde ich noch nachreichen da sie noch unbearbeitet auf der Platte liegen. Und die Lichtverhältnisse im Villakeller waren wirklich mehr als bescheiden.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Pensionszimmer ging es dann zu einem Minitreffen mit Photofreunden (an dieser Stelle grüße ich das Rattchen, die Sammellinse und die Sany ganz herzlich) im heidnischen Dorf, wo es ein glas Rhabarber-Federweißer auf der Wiese gab, war der Kohlrabizirkus die nächste Station. Nur für ein Bier und ein wirklich schönes Konzert von Colony 5. Die Akustik in der riesigen Eishalle ist natürlich beschissen aber die beiden Schweden konnten einiges an Sympathien für sich gewinnen. Natürlich auch mit meinen Lieblingssongs My World und Black. Für die Rückkehr in die Agra zu Diary of Dreams blieb dann auch nicht mehr viel Zeit. Aber rechtzeitig zum Soundcheck standen wir in der erwartungsfrohen Menge und konnten ein wirklich schönes, solides und mit einer fetzigen Lasershow untermaltes Konzert vom Feinsten erfreuen. Die Jubilare des Abends waren allerdings Lacrimosa, welche die schwarze Szene nun seit 20 Jahren begleitet. Ich gestehe allerdings dass ichs mir nur der alten Zeiten wegen angesehen/angehört habe. Denn ich bin Lacrimosa sowohl textlich als auch inhaltlich und musikalisch entwachsen. Aber eine gewisse Nostalgie bei Stolzes Herz und Satura war schon zu spüren. Die Zugaben haben wir uns dann aber zugunsten von 80er Jahre Synthiepop in der Discohalle Agra 4.2 kredenzt von DJ Oswald Henke geschenkt. 6 Lieder lang abgetanzt bis die Füße rauchten und dann noch einmal kurz zurück in die Haupthalle (was jedes Mal ein riesiger Weg ist da man jeweils nur an gegenüberliegenden Enden der Halle rein bzw. raus kommt. Und die Halle ist sehr lang) um eine Bildungslücke bei Alien Sex Fiend zu schließen. Nicht nur wie sie ausgesprochen werden (ist vollkommen egal, Anm. d. Red.) sondern auch was es überhaupt für Musik ist. Sie ist passend zur knallbunt Voodoohöhlenartigen Bühnendeko die durchaus zu gefallen wußte. Da es bereits schon weit nach 2 Uhr früh war (bzw. ist), beschlossen wir dann wegen schmerzender Füße und Biertrunkener Birne den Heimweg anzutreten. In 4h und 30 Minuten gibt es auch schon wieder Frühstück.

Update 1:

Chris Goellnitz & Philipp Blömeke

M’era Luna 2009 – Review

Montag, August 10th, 2009

Update: Da ich selbst keine Photos machen konnte, bzw. mit meiner kleinen Fuji nicht machen wollte, stelle ich hier ein paar Links zu Galerien rein.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Dieses Jahr war die Anreise zum M’era Luna besonders stressig da es direkt im Anschluß an einem Urlaub in Dänemark lag. Und der Weg von Vejlby Klit an der nördlichen Nordseeküste bis nach Hildesheim-Drispenstedt war alles andere als kurz. Wie immer später als geplant losgefahren, nämlich etwa um 10 statt wie geplant um 8, waren wir erst gegen 19:00 Uhr endlich auf dem Zeltplatz des Festivalgeländes angekommen. Wie nicht anders zu erwarten war dieser schon wieder brechend voll. Trotzdem fanden wir noch eine passende Parzelle auf der wir unser nagelneues Zelt aufschlagen konnten. Zelt, Luftmatratze und Faltbank waren schnell installiert und unsere Batterien alle. Zum Abschluß des Tages gabs noch ein paar Bier in der rot leuchtenden Abendsonne. Die Nacht war allerdings nur bedingt erholsam, denn eine Begleiterscheinung solcher Festivals sind die unzähligen Partyrotten um einen herum, welche die ganze Nacht Party machen. Man kanns ihnen ja nicht verübeln, aber Schlaf gabs deswegen leider kaum.

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Der Rest der vom Feind übrig ist…

Dienstag, November 4th, 2008

Im letzten, leider schon recht lange zurückliegenden, Beitrag, habe ich ja angekündigt dass meine Vorletzte Prüfung ansteht. Wie es das Schicksal so will, habe ich es erst letzte Woche geschafft diese Atlast zu entsorgen. Wiedermal nicht sonderlich gut, aber zufriedenstellend. Prüfungen sind offensichtlich nicht meine Sache. Während ich VOR und NACH der Prüfung relativ gut bescheid weiß, oder glaube bescheid zu wissen, breche ich ein sobald ich vor meinen Prüfern sitze. Es ist eine unbegründete und vor allem irrationale Angst. Aber ein unausweichlicher Prozess. Das Schema ist immer das Gleiche. Ich betrete das Büro in dem meine Prüfung auf mich wartet, und ich verliere die Fähigkeit logisch zu denken. Außerdem bricht die Verbindung zur Faktendatenbank in meinem Gehirn ab. Allerdings kann auch nur bewertet werden, was auch da ist. Und so schaffe ich es meistens nur mit Mühe und Not meine Neuronen zu aktivieren. Trotzdem habe ich inzwischen weit mehr hinter als noch vor mir.

Allerdings habe ich mir zwischendurch auch mal die Zeit für ein bißchen Kultur genommen. 18.10.2008 – Welle:Erdball in der Dresdner Reithalle! Jetzt noch ein ausführliches Review zu schreiben wäre allerdings sinnlos. Deshalb verweise ich an dieser Stelle einfach auf meine Galerie. Es war wirklich ein supertolles Konzert.

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Konzertreview: Pigor und Eichhorn (und der Ulf)

Montag, Mai 19th, 2008

Bisher kannte ich Pigor und Eichhorn nur von ihren CD Veröffentlichungen und den Berichten von meiner Mutter die bereits vor 2 Jahren in den Genuss eines Konzertes gekommen ist. Am 16.05.2008 war es endlich auch für mich an der Zeit. Pigor und Eichhorn (und der Ulf) live und in Farbe im Köstritzer Spiegelzelt zu Weimar.
Das Programm bestand hauptsächlich aus den Titeln von ihrem aktuellen Album “Volumen 6″ was aber alles andere als schlecht ist. Bisher gab es noch kein Stück welches mir langweilig vorkam und über die musikalischen Qualitäten braucht man auch kein Wort verlieren. Also konnte ich mir sicher sein dass auch das Konzert ein Leckerbissen wird und ich wurde nicht enttäuscht. Pigors unglaubliche Wortakrobatik und Eichhorns Klaviervirtuosität sowie die Abrundung durch Ulfs elektronische Untermalung sind schon auf den CDs erste Klasse aber in der, trotz 110%er Belegung, gemütlichen Atmosphäre des Spiegelzeltes wurde sogar der “Soundcheck” zu einem Erlebnis. Nach der Einführung kamen so gut wie alle Songs von “Volumen 6″ welche mit Pigors Gestik und Mimik noch um einige Größenordnungen besser rüberkamen. “Aufgelockert” wurde das Programm von einem “Interview” mit Pigor in dem einige biografische Details ans Tageslicht kamen. Außerdem wurde geklärt warum zwischen “Volumen 4″ und “Volumen 6″ eine Nummer fehlt.
Der von Kritikern als “Salon-Hip-Hop” bezeichnete Stil von Pigor und Eichhorn ist eine Kunstform für sich und die bissigen Kabarettexte über alle (un-)möglichen mehr oder weniger störenden Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens sprechen jedem, der die Welt halbwegs aufmerksam beobachtet, aus der Seele.
Und so vergingen die 2h wie im Flug, was ja ansich schon ein zeichen für Qualität ist. Alle schönen Dinge gehen viel zu schnell zu Ende, aber die Möglichkeit die noch fehlenden Alben unserer Sammlung hinzuzufügen haben mich wieder milde gestimmt. So kann ich mich darauf freuen bei der nächsten Möglichkeit wieder dabei zu sein.

www.pigor.de ist die erste Anlaufstelle für weitere Informationen.

Napoleon der 4.Eichhorn, Pigor und der UlfPigorDer Ulf
 


Eichhorn interviewt PigorBenedikt EichhornPigor bei der AutogrammstundePigors "White Blues"