Grindhouse: Death Proof / Planet Terror
Donnerstag, Oktober 11th, 2007Hallo liebe Liebenden, es ist mal wieder so weit. Ich rezensiere einen Film. Nein, eigentlich sind es zwei denn ursprünglich war Quentin Tarantinos Death Proof und Robert Rodriguez’ Planet Terror als B-Movie Doublefeature konzipiert. Dieses Format, ugs. Grindhouse ist über die Grenzen der USA kaum bekannt, geschweige denn üblich aber ich halte mich bei meinen Ausführungen an die ursprüngliche Idee.
Kommen wir zum Geschehen:
Originaltitel: Death Proof, USA 2007
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Jordan Ladd, Tracie Thoms, Rosario Dawson, Zoe Bell, Mary Elizabeth Winstead, Rose McGowan, Eli Roth, Omar Doom, Michael Parks, Jonathan Loughran, Marley Shelton
Länge: 114 Min.
FSK: ab 16
Inhalt: 3 Mädels wollen sich in den Kneipen von Texas einen schönen Abend machen und treffen dabei auf den kauzigen Stuntman Mike. Dessen Höflichkeit läßt im ersten Moment nicht erahnen dass er ein sadistischer Frauenhasser ist und es mit seinem “todsicher” umgebauten Musclecar auf die hübschen Ladies abgesehen hat. Nachdem er sein Ziel erreicht und die Damen um die Ecke gebracht hat, läßt er sich über ein Jahr Zeit um sich ein paar neue Opfer auszusuchen. Allerdings viel Stuntman Mikes Wahl unglücklicherweise auf ein hartärschiges Trio dass den Spieß umdreht…
Rezension: Laut eigenen Aussagen hat Tarantino diesen Film nicht für die Masse gedreht, sondern für sich. Und das merkt man. Wer nur noch 120 minütige Actionblockbuster in digitaler high-end Optik gewöhnt ist, wird mit einem Film konfrontiert, dessen auffälligstes Merkmal wohl das völlige Fehlen von aktuellen visuellen Standards ist. Größtenteils hätte man den Streifen wohl auch mit einer Super8 Kamera filmen können denn die Qualität der Bilder erinnert an Pornofilme aus den 70er Jahren. Aber das lustige ist, das macht den Film so cool. Aber auch wer sich viel Action erhofft hat, wird sicherlich enttäuscht denn Death Proof ist Tarantinos persönliche Hommage an eine Filmära. Voll gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf diverse Filmklassiker wie z.B. “Vanishing Point”. Ob einem das gefallen soll? Tja, Tarantino wars auf jeden Fall egal und schon deswegen mag ich diesen Film. Es wurde nie mit kommerziellem Erfolg gerechnet und stattdessen ein kleines B-Movie Kunstwerk geschaffen dass vor allem durch seine Tarantino-Typischen Dialoge punktet und von einem ebenfalls sehr tollen Soundtrack begleitet wird. Die Zahl derer die durch Death Proof zum neuen Tarantino-Fan wurden, hält sich sicherlich drastisch in Grenzen, aber wer die Nase voll von Hochglanz Filmchen hat, könnte durchaus gefallen am ersten Teil des Grindhouse Doublefeatures.
Als nächstes landen wir auf dem “Planet Terror”:
Originaltitel: Grindhouse – Planet Terror, USA 2007
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Josh Brolin, Marley Shelton, Jeff Fahey, Michael Biehn, Naveen Andrews, Stacy Ferguson, Nicky Katt, Hung Nguyen, Tom Savini, Carlos Gallardo
Länge: 105 Min.
FSK: ab 18
Inhalt: Der passt eigentlich auch in einen Glückskeks. Ein vom Militär gezüchteter Virus entweicht und macht infizierte zu Zombies. Zu den wenigen Überlebenden gehören eine Stripperin die bei einer Zombieattacke ein Bein verliert, ein undurchsichtiger Hartarsch, ein BBQ Koch und eine muntere Schar jeder Art von stereotypen Texas-Amerikaner. Bewaffnet und bestückt mit ungewöhnlichen Gefährten machen sie sich auf den Weg um das Problem bei den Eiern zu packen.
Rezension: Man merkt recht schnell dass auch Robert Rodriguez es nicht vor hatte einen ernsthaften Film zu drehen. Die Charaktere sind allesamt schrille Karikaturen und die Zombiemätzelorgien wurden mit geringstem Aufwand veranstaltet. Blut und Körperteile fliegen munter durch die Gegend und werden mit aberwitzigen Kommentaren begleitet. Man sollte allerdings auch ein Fan von Splatterfilmen sein wenn man sich diesen Streifen ansehen will, belohnt wird man aber mit jeder menge Skuriler Action und einer unglaublich hübschen Rose McGowan als Stripperin mit Maschinengewehrprotese. Serviert wird das ganze mit Eiern im Glas, einem Rocketjump und viel rotem Matsch. Ich fands geil.
Tja, was verbindet nun eigentlich die beiden Filme? Inhaltlich so gut wie gar nichts, aber Tarantino und Rodriguez hätten diese Filme nicht als Doublefeature konzipiert wenn sie nicht jede Menge versteckter kleiner Querverweise eingebaut hätten. Die erkennt man aber nur wenn man beide Filme aufmerks verfolgt hat.
Wie immer kann man beide Filme nur mögen oder hassen. Dazwischen wird es wohl kaum etwas geben. Mir persönlich haben beide sehr gut gefallen, was aber nicht zuletzt an meiner Vorliebe fürs skurrile und makabre liegt. Die Musik ist natürlich auch bei Planet Terror erstklassig. Immerhin hat Regisseur Rodriguez das selbst in die Hand genommen.
Eine Sache gilt es noch zu erwähnen. In den USA wurde das Grindhouse Doublefeature noch mit einer Reihe von Faketrailern zu nicht existenten Exploitationfilmen gezeigt. Diese Trailer wurden von nicht weniger skurrilen Gestalten wie Rob Zombie oder Eli Roth gedreht.
Die Trailer sind:
Eli Roth’s Thanksgiving
Robert Rodriguez’ Machete (der eventuell doch verfilmt wird)
Rob Zombie’s Werewolf Women of the SS (wohl die abgefahrenste Story und als kleines Gimmick mit einem Kurzauftritt von Nicolas Cage!)
Edgar Wright’s Don’t











