Top 10: Musik
Geschrieben am: 19. Oktober 2006 von ErikMeine Top 10 Musik Alben:
Auf dieser Seite sind 10 meiner liebsten Alben gelistet und mit ein paar Worten erklärt warum sie mich so sehr inspirieren. Eine Rangfolge gibt es absichtlich nicht, denn es ist schwer abzuwägen welches mir nun das liebste sei. Da sie alle aus unterschiedlichen Richtungen stammen, ist es sehr Stimmungsabhängig wann welche Musik passt, aber das dürfte wohl jeder kennen.
Dismantled – Dismantled
Eine echte Perle aus der mehr als überlaufenen Electrosparte. Das Debut Album von Dismantled aka. Gary Zon klingt als ob es kein Debut sein kann. Beinahe perfekt arrangierte Sounds die aus komplexen basslines, Synthflächen und passenden Samples bestehen und vom ersten bis zum letzten Track einen echt fordern. Keine 08/15 Stampfmusik sondern Songs die unter die Haut gehen und im Kopf Bilder von einer düsteren Zukunft einer Maschinenwelt, einem “Dystopia“, entstehen lassen. Das Thema ist in der Szene nicht neu, aber selten so gut umgesetzt. Nicht umsonst wird Dismantled mit Dinosauriern wie Frontline Assembly verglichen. Leider immernoch nur Geheimtipp.

Goethes Erben – Nichts bleibt wie es war
Goethes Erben sind wohl eine der wenigen Bands die es schaffen lyrische Texte ohne jede Form von Kitsch zu produzieren. Egal ob es um wolkige Träume oder bittere Realitäten gibt – alles vermag einen zu fesseln. Besonders das Studioalbum “Nichts bleibt wie es war” gehört zu meinen Lieblingsplatten. Den Stil von Goethes Erben genau zu lokalisieren ist schwer. Sanfte Geigen, harte Gitarrenriffs und schallendes Piano sind gleichermaßen Vertreten in den Lieder die mit ihrer Textgewalt problemlos in ein Theaterstück konvertiert werden könnten. Einige Werke von den Erben sind auch als reines Musiktheater konzipiert worden und das macht sich beim Stil sehr bemerkbar. “Nichts bleibt wie es war” ist äußerst Emotionsgeladen und illustriert mit vielfältigen Mitteln die verschiedenen Facetten menschlicher Wünsche, Träume und Abgründe. Sehr zu empfehlen ist dazu auch die Video DVD “Was war bleibt“, auf der, bis auf “Fleischschuld”, alle Lieder des Albums mit tollen Videoclips visualisiert sind. Der Clip von “Fleischschuld” wurde wegen seiner FSK18 Einstufung auf die Film-DVD “Debilitas“, welcher ebenfalls von und mit Goethes Erben produziert wurde, verbannt.

Janus – Schlafende Hunde
Ein wahrer Alptraum von Liebesgeschichte. Gespickt mit menschlichem Wahnsinn der intensiv und glaubwürdig von Janus vertont wurde. Man kann sich die dreckige Welt, die hier beschrieben wird, richtig vorstellen. Der Hörer sieht alles durch die Augen der Charaktere und das kann einem direkt Angst machen. Ja, es ist wirklich schwerer Tobak der fantastisch in Szene gesetzt wurde. Eine CD die mich von Anfang an fasziniert hat.

Maria Solheim – Behind closed Doors
Auch Maria Solheim war eine eher zufällige Entdeckung. Nach einem kleinen Artikel über sie im Underground Magzin “Orkus” hab ich mir ein paar Lieder angehört und war sofort begeister von dieser Stimme. Als ich dann noch auf dem WGT einen Auftritt von ihr gesehen hab, dauerte es nicht mehr lange bis ich alle 3 Alben der wirklich jungen Ausnahmekünstlerin zusammenhatte. Für ihr zartes Alter sind die Texte erstaunlich reif, zerbrechlich und ausnahmslos schön. Inhaltlich beschäftigen sich ihre Lieder mit Problemen des Alltags – was es alles andere als langweilig macht. Besonder das 2. Album “Behind closed Doors” hat es mir angetan. Die Singer/Songwriterin aus dem Norden Norwegens hat einen recht unkonventionellen Stil und schafft es auch mit geriner Instrumentierung eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Neben all der bösen Gruftimusik eine wunderschöne Abwechslung.

Samsas Traum – Utopia
Dieses Album war eigentlich meine erste echte Schnittstelle zur Gothic Szene und wie es der Teufel so will viel später auch noch das Album mit dem Lied dass ich persönlich am meisten mit meiner Freundin in Verbindung setze, nämlich “Stromausfall im Herzspital“. Samsas Traum war in seiner Anfangszeit laut, wütend und denoch alles andere als Krach. Black Metal ohne gegrunze und mit verständlichen deutschen Texten die, wie es mir sehr am Herzen liegt, ohne Kitsch daherkommen. Eine echte Wohltat. Wie schon der Bandname sich auf Franz Kafkas “Die Verwandlung” bezieht, so hat auch dieses Album eine Kafkaeske Atmosphäre und versprüht eine Menge Wahnsinn. Ein Album dass ich eine lange Zeit nicht gehört habe, durch Susi aber daran erinnert wurde. Nicht zuletzt durch ihren Einfluss gehört Alexander Kaschtes Hauptprojekt zu einer meiner Lieblingsbands – wenn auch sein Industrial Sideproject “Weena Morloch” mir ebenfalls sehr gefällt. Dafür braucht man aber viel Geduld und Nerven.

Persephone – Home
Persephone ist nicht nur die griechische Fruchtbarkeitsgöttin oder ein Asteroid sondern auch das Sideproject von Sonja “L’âme immortelle” Kraushofer. Was ich bei ihrem eigentlichen Projekt vermisst habe, hat die Frau mit den Feuerroten Haaren in diesem musikalischen Kleinod verwirklicht: purer Gesang untermalt mit klassischen Instrumenten und weitgehend ohne elektronische Unterstützung. Das Debutalbum ist leider nur mit viel Aufwand zu bekommen, aber es ist wirklich ein wunderschönes Werk. Meistens sehr traurige Songs, glockenklare Stimme und schöne Kompositionen machen die CD zu einer meiner liebsten.

Snakeskin – Music for the Lost
Hinter dem Titel und dem ansprechenden Plattencover versteckt sich niemand geringeres Als Tilo Wolff, Frontmann der überaus bekannten Band “Lacrimosa“. Auf diesem Album konnte er sich erstmals mit elektronischen Mitteln und einer bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Stimme austoben. Herausgekommen ist es ganz einzigartiges. Tanzbare Beats und eben die verbogenen vocals sind faszinierend. Dieser Stil ist sicher nicht jedermanns Sache, aber mir hats von Anfang an gefallen und ich bin froh dass Susi mich darauf gebracht hat.

Die Form – ExHuman
Schon seit etwa 20 Jahren steht “Die Form” für einen gänzlich eigenen Stil. Das Synthesprojekt aus Elektronischer Musik, Photographien und Bondage-Fetish Performances ist ein echtes Unikat. Da es schwer ist unter den zahllosen Werken des französischen Ausnahmekünstler Philippe Fichot einen Favoriten auszuwählen, erwähne ich hier einfach mal das letzte Studioalbum “ExHuman“. Der zweite Teil eines Dyptichons fasziniert mich wegen seiner dichten, komplexen und gänzlich unorthodoxen Soundstrukturen. Bei vielen experimentellen Werken verliert man schnell die Lust am zuhören aber nicht hier. “Die Form” ist in der Tat ein wegweisendes Projekt und hoffentlich noch lange kreativ zu Gange!

Diary of Dreams – Freak Perfume
Melancholische Lyrik und tanzbare Rythmik – passt das zusammen? Im Fall von Diary of Dreams auf jeden Fall. Wenn es Musik gibt die sowohl zu einem Glas Wein in finsterer Einsamkeit als auch zu extatischen Tanznächten in einer Goth Disco passt, dann ist es diese. Text und Musik vermitteln tiefsinnige Gedanken und Gefühle und gehen direkt ins Blut. Gerade das Album “Freak Perfume” enthält ein paar echte Perlen. Die warme, vibrierende Bassstimme des Sängers, Adrian Hates, und perfekt arrangierte Instrumentierung lassen die Songs von Diary of Dreams zum Leben erwachen.

Sopor Aeternus – Flowers in Formaldehyd
Zu guter Letzt möchte ich noch “Sopor Aeternus” erwähnen. Was genau die Kunstfigur Anna Varney ist, wurde offiziell noch nie bekanntgegeben. In dem androgynen Körper mit dem befremdlich wirkenden Gesicht steckt auf jeden Fall ein echtes Musiktalent. Manchmal könnte man meinen die Musik spiegelt den Klischeegeist der gesamten Gothicszene wider, aber das täte Sopor Aeternus sehr unrecht. Auch wenn es meistens um sehr traurige Themen geht, ist es keineswegs stereotyp. Sicher verdankt Sopor Aeternus einen Teil seiner Faszination der ungewöhnlichen Menschenscheue von Anna Varney, aber die Musik ist trotzdem ein kleines Juwel. Die EP “Flowers in Formaldehyd” steht signiert und numeriert, auf Vinyl gepresst in meinem Schrank – eine meiner Lieblingsplatten die vor allem bei Kerzenschein mit Kopfhörern ihre ganze Melancholie entfaltet. Schaurig schön!










